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Papillon e.V. sucht engagierte Personen oder Familien, die ehrenamtlich eine Patenschaft für einen Menschen mit psychischer Erkrankung übernehmen möchten. Die Paten sollten zu der erkrankten Person einen verlässlichen und vertrauensvollen Bezug aufbauen und unterhalten können.

 

Für Fragen oder bei Interesse melden Sie sich bitte bei

Heike Kummetat

SPZ Kleve, Hagsche Straße 86

Fon 02821 775060

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Patenschaften für seelisch kranke Menschen: Bürger aus der Nachbarschaft bieten Unterstützung

2016 starten Spix und Papillon ein Projekt, bei dem ehrenamtlich tätige Bürger als Paten für einen seelisch erkrankten Mitbürger vermittelt werden. Wir suchen daher ab sofort
• Klienten des Betreuten Wohnens, die zusätzlich zur Betreuung durch ihre Fachkraft eine Patenschaft wünschen, zum Beispiel zum gemeinsamen Eis Essen oder Kaffeetrinken, für Spaziergänge oder eine Teilnahme am Familienleben ihres Paten
• und wir suchen Bürger, die bereit sind, ehrenamtlich als Paten für einen seelisch erkrankten Mitbürger in ihrer Nachbarschaft oder Gemeinde da zu sein.



Warum Bürgerhilfe, wo es doch genug Fachdienste gibt?

Chronische seelische Erkrankungen, vor allem Psychosen, beeinträchtigen häufig auch die beruflichen und sozialen Fähigkeiten. Zu den Krankheitsfolgen gehört daher oft der Verlust von tragfähigen familiären, freundschaftlichen oder nachbarschaftlichen Beziehungen. Antriebsminderung oder Ängste schränken die Fähigkei­ten ein, Freizeitangebote und andere Angebote der Gemeinde zu nutzen, Freundschaften zu pflegen oder eine Partnerschaft aufzubauen. Fachkräfte leisten als Ausgleich umfassende Hilfen in vielen von der Krankheit betroffenen Lebensbereichen. Ambulante Dienste und beschützte Treffs schaffen Tagesstruktur und soziale Kontakte, ersetzen oft die soziale Infrastruktur in der Gemeinde. So werden Fachkräfte nicht selten zu den wichtigsten Bezugspersonen im Leben psychisch kranker Menschen.
Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen fordert Inklusion statt der Schaffung von „Parallelwelten“ und die Nachrangigkeit professioneller Begleitung zu normalen Lebensbezügen. Konzepte der Sozialraumorientierung in Deutschland und des „Kwartiermakens“ in den Niederlanden setzen auf die Aktivierung von Nachbarschaftshilfe und Erschließung sozialer Netzwerke im Wohnumfeld. Wenn es gelingt, engagierte Bürger als Paten eines seelisch kranken Menschen zu gewinnen, können sie dazu beitragen, mehr Normalität und Teilhabe zu leben. Fachliche Hilfe ist auch dann weiter wichtig, aber nur wo Bürgerhilfe die erforderlichen Unterstützungsleistungen nicht erbringen kann oder auch zur fachlichen Begleitung der Bürgerhilfe.
Patenschaften werden bei einem Teil der Klienten eine willkommene Hilfe sein, bei anderen nicht. Was aus Profi-Sicht als Antriebsminderung und Verlust von Fähigkeiten erscheint, hat nicht selten eine Schutzfunktion. Während der akuten Phase einer Erkrankung ist das vorher gewohnte Maß an Aktivitäten und Emotionali­tät oft zu belastend, die Reduzierung von beidem ein Schutz vor Überforderung. Viele Klienten gewöhnen sich im Lauf der Jahre an ein auf diese Weise stressreduziertes Leben. Sie wünschen sich weder mehr Aktivität noch mehr soziale Kontakte. Das gilt es zu respektieren. Und den anderen zu helfen.
Vorbild: Betreutes Wohnen in Familien.
Fachlich orientiert sich das Projekt am Betreuten Wohnen in Fami­lien. Im BWF leisten Einzelpersonen oder Familien ohne psychosoziale Ausbildung eine umfassende Betreuung von seelisch oder geistig behinderten Menschen und bieten ihnen Unterkunft und Versorgung in ihrem Haushalt. Klienten und Gastfa­milien werden dabei von einem Fachdienst begleitet, die Gastfamilien erhalten eine Aufwands­entschädigung. Diese Betreuungsform ist besonders inklu­siv: So viel Normalität wie möglich und nur so viel Psychiatrie wie nötig. Was sich für Menschen mit einer starken Behinderung als Alternative zur stationären Versorgung bewährt hat, soll mit diesem Projekt auf den ambulanten Bereich übertragen werden.



Geplanter Verlauf:

Seit der Weiterentwicklung des Pflegeversicherungsgesetzes haben psychisch erkrankte Menschen mit einer „erheblich eingeschränkten All­tagskompetenz“ einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Diese „zusätz­lichen Betreuungsleistungen“ sollen jetzt gemäß dem Gedanken der Inklusion in Form einer Patenschaft erbracht werden.
Die Mitarbeiter von Spix und Papillon unterstützen Klienten dabei, Leistungen der Pflegeversicherung zu beantragen. Klient und Mitarbeiter überlegen dann gemeinsam, ob es schon
einen Menschen im Bekanntenkreis oder der Nachbarschaft gibt, der oder die als Pate infrage kommt.

Findet sich niemand unter den aktuellen oder ehemaligen Bekannten, vermitteln die Koordinatoren von Spix und Papillon einen passenden Bürgerhelfer. Nach einem begleiteten Kennenlernen und bei Sympathie von beiden Seiten setzen Klient und Pate ihre weiteren Kontakte alleine fort. Sie treffen sich zum Beispiel zu einem Spieleabend oder zum gemeinsamen Kochen und Essen, in der Regel einmal oder zweimal pro Woche. Bürger und Bürgerinnen die eine Patenschaft übernehmen, er­halten je nach Zeitaufwand eine Aufwandsentschädigung von 50 bis 100 € monatlich. 

Wir sind neugierig auf den Verlauf dieses Projekts und wollen die Ergebnisse später auswerten. Falls Sie jetzt Interesse haben dieses neue Projekt als Pate zu unterstützen, wenden Sie sich an:
Heike Kummetat / Papillon e.V.  oder Vera Pohler / Spix e.V. 

Jo Becker